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Pestkappili  (Triesen)
530 m; 758,900 - 219,430 5-S

p̀‰̜s̅ḱap—l— (s ~ / tsœm ~ / b—m ~ / fœm ~)
Bildstock im Oberdorf, am Nordrand der Sägagass.

Bisherige Deutung
Seger 1965, 130: Pestkappele. Nach einer Sage sollen dort zur Pestzeit die Toten vergraben worden sein, da der Friedhof zu klein war, um alle aufzunehmen. Bei Strassenbauarbeiten wurden menschliche Gebeine gefunden.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipps Vermutung, nicht PRATUM, sondern PETRA liege vor, stützt sich auf den vorherrschenden konsonantischen Nexus /-dr-/. In der Tat wäre bei einem diminutivischen Typ artr. *pradella 'kleine Wiese' das gewöhnliche Ergebnis (nach der Verdeutschung) */pardella/ (etc.). Die zwei ältesten Belegformen (auf prad-) können wegen ihrer eigenen Zuweisungsproblematik hier nichts beweisen. Umgekehrt muss einer -̄ELLA-Ableitung zu P̄ETRA (artr. */pedrella/) entgegengehalten werden, dass eine solche, soweit wir sehen, in der churrätischen Namenwelt nicht erscheint; insbesondere fehlt sie ganz in Graubünden (RN 2, 239). Das lässt den Ansatz auch bei uns als recht fraglich erscheinen. Interessant ist hingegen die Bemerkung von Büchel 1980, 27, die auf eine mögliche Berührung unseres Namens mit dem ebenfalls für das Triesner Feld bezeugten Namen †Quadrella hinweist.

Deutung
'Bildstock zur Erinnerung an die Pestzeit und die Pesttoten'.

Pest
Kapelle