Alle Gemeinden Balzers Triesen Triesenberg Vaduz Schaan Planken
Eschen Mauren Gamprin Schellenberg Ruggell  
Namensuche      Liste
Padrella  (Triesen)
500 m; 758,65 - 218,40 5-T

p½dr̀‰̡l½, älter ́“p½dr̀‰̡l½ (̠p-, ~ / —̠p-, ~ / —r ~, ~ / fœr ~, fœ ~)
Wiesen im Feld, westlich unter der Langgass.

Historische Belege
1249* pradelle (LUB I/1; S. 103): ("Hermannus de ~")
1300* pradella (LUB I/1; S. 167): "... possessiones nostras seu prata dicta de ~ et silua planij cum eorum horreis et edificijs ..."
1556 Padreler (PfABe d/5; fol. 4r, Z 12): "... stoßt an ~ ..."
1665 Badrella (AS 2/1; fol. 6r, Z 18): "... ein ackher in ~ genanth Jm Trisner Feldt ..."
1690* Padrella (PfAT Urb 2; S. 11, Z 3): "Hannes Lampert zúe Trißen ... ab seinem ackher in ~ stost abwert an die Langgasß ..."
1692 Badrellen (AS 2/1; fol. 108r, Z 12): "... ein stúckh gúeth in ~ gelegen"
1719 Patrella (AS 2/4; fol. 65v, Z 26): "... ein stückhle ackher in ~ ..."
1722 Patrell (AS 2/5; fol. 16v, Z 18): "Im Neüfelt ein stückhle baúlandt, stost abwerts dem landt nach an die ~ oder die landtstraß."
1722 Patrell (AS 2/5; fol. 16v, Z 20): "In der Frase ein stückhli baulandt, stost aúserhalb an das ~ ..."
1722 Patr[e]llen (AS 2/5; fol. 16v, Z 29): "Ein stúckh feistes in ~ stost aúfwerts an Joann Rigen aúff Parschills ..."
1726 Badrella (AS 2/3; fol. 33r, Z 2-3): "Flori Tresel únd dessen Sohn ... verkaúffen ... ein Stückl gút in ~ ..."
1728 Pardellen (AS 2/6; fol. 37v, Z 7): "... ain Stückhle Ackher ... in ~"
1738 Badrella (AS 2/7; fol. 214v, Z 14): "... ackher im Trisner Feldt in ~ genant ..."
1754 Banthrelen (AS 2/8; fol. 13r, Z 9): "... ein Stuck acker in ~ ..."
1776 Badrelen (RA 44-7; fol. 1r, Z 6): "... 1 stückhli ackher in ~"

Wertung der historischen Belege
Dass die zwei ältesten Formen bis 1300 (pradelle und pradella) hieher gehören, kann nicht als gesichert gelten. Sie weichen zudem mit dem Anlaut /pra-/ von den ab 1556 folgenden Belegen ab, die fast einhellig Badr-, Padr- ( Patr-) zeigen.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 17, 81: Badrellen, Padrella [i p¼dr̀‰̡la].
Nipp 1911, 70: Padrella [i p¼dr̀‰̡l½, i ́“̠p¼dr̀‰̡l½]. Lautlich kaum zu PRATUM, eine Ableitung von PETRA scheint näher zu liegen.
Seli 1912, 105: Epadella.
Nipp 1924, 102, 106: Padrella. Romanisch, enthält das Suffix -ELLA.
Stricker 1976, 152 N.12, 161: Epadr̀ella, Padr̀ella. PETRA + -ELLA.
Büchel 1980, 27: Padrella. Wird auch Quadrella genannt.
Stricker 1981c, 44: Epadrella. Gehört zu der grösseren Feminin-Gruppe um Triesen (auch in Grabs gehäuft).

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipps Vermutung, nicht PRATUM, sondern PETRA liege vor, stützt sich auf den vorherrschenden konsonantischen Nexus /-dr-/. In der Tat wäre bei einem diminutivischen Typ artr. *pradella 'kleine Wiese' das gewöhnliche Ergebnis (nach der Verdeutschung) */pardella/ (etc.). Die zwei ältesten Belegformen (auf prad-) können wegen ihrer eigenen Zuweisungsproblematik hier nichts beweisen. Umgekehrt muss einer -̄ELLA-Ableitung zu P̄ETRA (artr. */pedrella/) entgegengehalten werden, dass eine solche, soweit wir sehen, in der churrätischen Namenwelt nicht erscheint; insbesondere fehlt sie ganz in Graubünden (RN 2, 239). Das lässt den Ansatz auch bei uns als recht fraglich erscheinen. Interessant ist hingegen die Bemerkung von Büchel 1980, 27, die auf eine mögliche Berührung unseres Namens mit dem ebenfalls für das Triesner Feld bezeugten Namen †Quadrella hinweist.

Deutung
Der Name geht wohl auf artr. pradella f. 'kleine Wiese' zurück. Dass er nicht die «normale» Verdeutschungsform *Pardella ergeben hat, dürfte dem ablenkenden Einfluss der örtlich benachbarten, heute ausgestorbenen Bezeichnung †Quadrella zuzuschreiben sein.

pra(u)