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Matschels  (Triesen)
590 m; 758,6 - 220,2 5-R

m½t̜s̀“ls (~ / g— ~ / ¥f ~ / fœ ~)
Wiesen, Häuser und Strasse zwischen Halda und Bergstrasse. Örtlich identisch mit Villenviertel.

Historische Belege
~1510 Burschils (LUB I/4; S. 254): "... ain wis z ~ gelegen, Stost vfwerrt an die almain, vnd an den mlbach ..."
2. H. 16. Jh. Amatschelsch (PfABe ZB 1574; fol. II 8r, Z 1, Titel)
1651 Amathschils (AS 1/1; fol. 45v, Z 19): "... Ein Erblin vff ~ betreffende ..."
1669 Batschülß (AS 2/1; fol. 44r, Z 18): "... ein stückhle Mägers aúf ~ ..."
1683 (1705) Bartschils (PfABe Urb 1683; fol. 183v, Z 3): "... aigen stúckh Wiß aúff ~ ..."
1689 Batschils (PfAT U 1689; fol. 4v, Z 3): "Ferners seindt etwelche pia Legata ... zue der Cooperatur anfang ... gestifft worden, ... Hannes und Regina die gaßner geschwisterig ... ain wiß auf ~ ..."
1689 Bartschilß (GAT 14-2-1; S. 9, Z 10): "... Ein Wýß aúff ~ stost rein wert an ... Jörg Beckhen im Gúffer ..."
1706 Partschils (GAT U 43; Z 20): "... Stosst ... gegen dem Rhein an ~ ..."
1719 Parschill (AS 2/4; fol. 33r, Z 28): "... ein stúckh magera aúff ~"
1722 Barschilß (AS 2/5; fol. 8v, Z 25): "... ein mägere aúff ~ aúff der Wieß genant ..."
1722 Partschilß (AS 2/5; fol. 10r, Z 9): "... zú kaúffen geben, an der Mägere aúff ~ den úndern halben Theill ..."
1726 Batschiels (AS 2/5; fol. 132r, Z 17): "... ein Stückle Mägere ob ~ ..."
1726 Bartschils (AS 2/3; fol. 33r, Z 9): "Flori Tresel únd dessen Sohn ... verkaúffen ... 2 Stückl auf ~ oder Mazora ..."
1727 Bartschilz (AS 2/3; fol. 81r, Z 32): "... 2 stükhle sein Mägeri aúf ~ genandt ..."
1728 Barzils (AS 2/3; fol. 102r, Z 30): "... 2 Stückhle Mägere aúf ~ ..."
1728 Bartzils (AS 2/6; fol. 33v, Z 15): "... zwaý Thail Megeri aúf ~ ..."
1728 Partilsch (AS 2/6; fol. 15v, Z 6): "... die zwaý stückhle Mägere aúf ~ ..."
1731 Barzilsch (AS 2/6; fol. 103r, Z 17-18): "... ein stückhlein aúff ~ vnter dem Fúeßweg ..."
1740 Bartschilß (GAT Urb 1607; S. 59, Z 18): "... gúeth aúff ~ aúßerhalb dem Brönelin ..."
1752 Barschlis (AS 2/18; fol. I 8v, 4. Sp. Z 7): "... 1 Stuck Mager Heúwachs aúf ~ [stösst] ... Bergwerts [an den] Mühlbach."
1756 Maschiels (AS 2/8; fol. 64v, Z 5): "... ein Stuck Mager Heügút aúf ~ ..."
1761 Batschielß (AS 2/8; fol. 162r, Z 8-9): "... ein Stúckh mägere aúf ~ [stösst] aúfwerts an die Heim Gasß ..."
1769 Batschils (PfAT Urb 2; S. 57, Z 4): "... ein stückle Mägere aúf ~ oder Glette ..."
1776 Barzils (RA 44-7; fol. 1v, Z 9): "1 stückhli Megeri aúf ~ beý dem Bronen ..."
1780 Patschöls (AS 2/18; fol. I 30v, 4. Sp. Z 10): "... 1 Stuck Magerheúwachs aúf ~ ..."
1789 Barzilz (AS 2/18; fol. II 8r, 4. Sp. Z 3): "... 1 Weingarten an der úntern Halden [stösst] ... Bergwerts [an] ~"
1803 Barzielsch (AS 2/18; fol. II 62v, 4. Sp. Z 6-7): "1 Stuck Magerheúgút aúf ~ [stösst] ... Bergwerts [an den] Müllebach."

Wertung der historischen Belege
Einem zahlenmässig überwiegenden Typ /part̜sls/ (älter offenbar /purt̜sls/) steht eine Variante /mat̜sls/ gegenüber, die auffälligerweise um die Mitte des 17. Jh. vereinzelt auftritt (als /amat̜sls/ mit agglutinierter Ortspräposition) und dann nur noch einmal 1756. Noch zu Beginn unseres Jahrhunderts sind (siehe unten) beide Anlaute (Ma- und Bar-) bezeugt. Nachdem zwar aus einem /*ampat̜sls/ durch Assimilation leicht ein /am( m) at̜sls/ entstehen kann, der umgekehrte Weg jedoch weniger einsichtig erscheint, dürfte der Typ /part̜sls/ als der primäre aufzufassen sein. Vielleicht ist der Name nach dem örtlich benachbarten Mazora1 im Anlaut abgelenkt worden.

Bisherige Deutungen
Büchel 1906, 64: Burschils. = Burg Schiels, weil dort die Burg derer von Schiels stand.
Nipp 1911, 69: Bartschils, Bartschiels [uf mat̜s̀“ls, p¼rt̜s̀“ls]. Lautlich und begrifflich möglich ist PORCILE im Plural, doch wäre [̠‹] statt [] zu erwarten.
Ospelt 1911, 29: Burschils.
Ospelt 1911, 74: Matschi( e) ls, Bartschi( e) ls [uf p¼rt̜s̀“ls].
Nipp 1911, 70: Matschils, Matschiels [uf m¼t̜s̀“ls]. Das Etymon ist unklar, Suffix -ELLUM oder -ILLU? MACELLUM 'Metzg' oder eher MONTICELLUM 'Bergle'?
Seli 1912, 105: Maschils.
Nipp 1924, 102: Matschils.
Stricker 1974, 149: Bartschils ( -els). Zu mlat. PORCILE.
Büchel 1980, 17: Matschiel. 'Matte, Hof auf der Anhöhe'.
Büchel 1980, 17: Patschiels. 'Wiese auf der Höhe' < Pratschiels.

Volkstümliches
Hier waren früher sogenannte Stallgüter, d. h. zu jedem Stück Boden gehörte ein Stall für Vieh und Heu. Das Gebiet war ziemlich nass.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipp 1911 unterscheidet, wohl zu unrecht, die zwei Namentypen formal und geographisch: a) Bartschils, -iels (S. 69: "Wiesen bei Matschils [!], nördlich von Triesen") und b) Matschils, -iels (S. 70: "Hochebene ob Triesen") - das heisst, er hält die beiden Belegtypen für sprachlich nicht identisch und versucht sie dementsprechend gesondert zu deuten. Auch Ospelt 1911 hält zwei Typen auseinander, aber anders: einem urk. Burschils (S. 29) stellt er Matschi[e]ls, Bartschi[e]ls (S. 74) gegenüber, was wohl ebenfalls eine künstliche Trennung darstellt.

Deutung
Offensichtlich gehört Matschels samt älterer Variante Partschils zu artr. */pur( t) ̜sl/ m. 'Schweinestall, Schweineweide', Ableitung von artr. /püör̛c/ m. 'Schwein'. Als Name ist der Worttyp in Churrätien gut vertreten (so etwa in Purtschels Sarn, Partschils Fideris, Schiers, Maladers, Parschiljis Castiel; Impertschils Grabs, Batschiel (urk. Burtschill, Bartschill) Blons, Batschill (urk. 1433 purtschill) Nüziders.

püörÝc