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Frassa  (Triesen)
503 m; 758,65 - 218,50 5-T

fr̀a¹s½ (~ / — ~ / — ~ / fœ ~)
Wiese im Feld, zwischen Padrella und Göra, leicht abfallend, mit Obstbäumen.

Historische Belege
1269-1270 Infrasce (LUB I/5; S. 193): "Redditus intrisun ... ~ .1. pratum ..."
1269-1270 frascen (LUB I/5; S. 193): "Redditus intrisun ... VII. manne mat. in ~ ..."
1429 Frassenner (SchäU 7; fol. 1b): "... ligt Vnder Hartmans bomgarthen, genendt ~, stosset hinden an die strass, Vnd Vnden an Vierabends ackher."
~1510 frassen (LUB I/4; S. 253): "acker In ~ gelegen, ..."
1607 Frassa (GAT Urb 1607; S. 6, Z 5): "... Ein acker in ~ gelegen ..."
1610 frazenern (SchäU 85-112; 112, fol. 2a): "Ein mitmel genant ~."
1615 Frassen (RA 12/2/1/7; S. 4, Z 8): "... ackher genandt der thieffen Ackher zúe ~ jm Trißnerfeld gelegen ..."
1626 Fraißelin (GAT Urb 1607; S. 24, Z 24): "... aekherlin im Trißner Veldt ~ genant ..."
1664 Frassen (AS 2/1; fol. 11v, Z 13): "... Ein mahl ackher in ~ ..."
1719 Fraße (AS 2/4; fol. 56v, Z 7): "... einen ackher in der ~"
1722 Frase (AS 2/5; fol. 16v, Z 19): "In der ~ ein stückhli baúlandt, stost aúserhalb an das Patrell ..."
1723 Frasßa (AS 2/5; fol. 52r, Z 13): "... únd der vierte Theil aúf der Gaplúm sowohl, als in ~ genant ..."
1728 Fraßen (AS 2/3; fol. 98v, Z 21): "... baw land zú ~ gelegen ..."
1738 Fraaßen (AS 2/7; fol. 195r, Z 18): "... ackher im Trißner Feldt zú ~ genant ..."
1763 Fraschen (AS 2/8; fol. 201v, Z 18): "... ein Stückhle ackher in ~ ..."
1776* Frassen (AS 2/10; F 22, Z 6): "Ein Stückle Acker im ~ genannt im Triesnerfeld"

Wertung der historischen Belege
Die Schreibung -sc- der ältesten Belege ist nicht mit Sicherheit zu bewerten: /s/ oder /̜s/? In der Form von 1429 Frassenner scheint eine romanisch suffigierte Form vorzuliegen.

Bisherige Deutungen
Büchel 1906, 64: Frassen. 'Bei den Eschen'.
Ospelt 1911, 39: Frassen, Fraßen [i fra¹sa].
Nipp 1911, 23f.: Frassen [i fr̀a¹s½]. Wohl zu FRAXINUS 'bei den Eschen, 'bei der Esche'. Endungs -a ist deutsch.
Seli 1912, 105: Fraßa.
Stricker 1974, 52ff.: Frassen. Zum verbreiteten Appellativ Fräsche m./f. 'begraster Lawinenstrich', 'sehr steile Grashalde, Bergmähder'.
Büchel 1980, 17: Frassa. 'Bei den Eichen'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Stricker 1974, 54, Anm. 1, erwähnt den Namen (in Verkennung der Höhenlage zu unrecht) in Zusammenhang mit dem vorrömischen Namentyp Fräsche. Büchel 1980, 17 ist abwegig.

Deutung
Zu rtr. fraissen m. 'Esche'. Der Baum findet sich noch heute längs der angrenzenden Langgass. Der gleiche Name kommt in Deutschbünden vor als Fraissa Valendas, Frassa Malans, Freischa Fanas, urk. 1515 Fraissen Tschiertschen. Die Form 1429 Frasenner stellt eine Kollektivableitung des Pflanzennamens (artr. frasńer m. 'Eschengehölz') dar. - Der vorrömische Namentyp Fräsche m./f. 'begraster Lawinenstrich, sehr steile Grashalde in den Bergen' fällt hier naturgemäss (Höhenlage!) ausser Betracht.

fraissen