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Fögler  (Triesen)
1495 m; 763,25 - 217,70 10-U

f̊œÅl¼r (d¼r ~ / —m- / —m ~ / fœm ~)
Stelle in Valüna, im Breita Zog2, am Fuss der Felswände des Hahnenspiels (Vaduz).

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 123: Fügler [im f̮œgl¼r].
Seli 1912, 113: Vögler.
Frick 1974, 38: Fögler. Lat. FOCULARIS 'Herd, Feuerstätte', 'einfache Hirtenunterkunft mit Herd, Schutzhüttchen'.

Volkstümliches
Gemäss alten Sennen soll es hier «komische Vögel» (!) gehabt haben.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Frick sieht richtig, jedoch stammt der Name nicht direkt aus dem Rätoromanischen, denn der Ausdruck ist als romanisches Reliktwort im Appellativwortschatz des alpinen Alemannischen selber heimisch geworden.

Deutung
Mundartlich Fügler, Figler m. 'Schweinestall, insbesondere auf den Alpen'; 'Schlafgemach der Hirten unter dem Dach der Sennhütten'; 'Schutzhüttchen für die Schaf- und Ziegenhirten auf hohen, abgelegenen Alpen'. Der Ausdruck entstammt dem rtr. föcl̀er m. 'Herd, Feuerstätte in den Alpen'. Die lautliche Entwicklung dürfte bei uns von einem artr. /fökl̀‰r/ mit Akzentrückzug zu alem. /f̊ogl¼r/ und daraus zu /f̊ugl¼r/ (und /fgl¼r/) geführt haben; die hiesige Form mit Tonvokal /̊o/ ist das Ergebnis der liechtensteinischen Senkung des kurzen Hochzungenvokals /ü/ > /̮œ/ (analog /i/ > //, /u/ > /œ/) (vgl. Gabriel 1981, 64).

Fügler