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Fina  (Triesen)
480 m; 758,5 - 218,6 5-T

f̓Œn½ (p- / —p- / —r ~ / fœr ~)
Wiesen und Häuser im Feld, südlich des Knebelbroggweg, zwischen Krummacker und Roffler, leicht abfallend.

Historische Belege
1269-1270 Inrufin (LUB I/5; S. 193): "Redditus intrisun ... ~ .1. mut ṁal ..."
1429 Ruffina (SchäU 7; fol. 1b): "... Item Vier mitmel ackhers, haissen ~, stossen Vornen an Haintzen Hilotten ackher, hinden an perganten Kündt, Vnden an Haintzen Vom Bach ackher, Vnd oben an Gohainis ackher ..."
~1510 rufinen (LUB I/4; S. 255): "acker In ~ gelegen, stost vfwerrt an ..., Jnwert an des widems ġuter."
1556 Rofina (PfABe d/5; fol. 2v, Z 12): "... vier mittmal Ackher in ~ stoßendt dem Landtnach aufwert ahn die Alten gaß ... abwert ahn ... daß weýden guot ..."
1610 gufina (SchäU 85-112; 112, fol. 2a): "4 mitmel ~"
1720 Finna (AS 2/4; fol. 83v, Z 18): "Ein stúckh feistes hëwachs in der ~ genandt ..."
1721 Vina (AS 2/4; fol. 161r, Z 13): "Ein stúckh gúth in der ~."
1725 Fina (AS 2/5; fol. 108v, Z 19): "1 acker in der ~ ..."
1725 Finia (AS 2/5; fol. 120r, Z 24): "1 Stückle Baúmgarten in der ~ ..."
1739 Finen (AS 2/7; fol. 248v, Z 23): "... ein stúckh ackher im Trießner Feldt in der ~ ..."
1759 Fina (AS 2/8; fol. 131v, Z 9): "... ein Stúckh ackher in der ~ genannt, stoßt aúfwerts an die Haim Gasß ..."

Wertung der historischen Belege
Die älteren Belege geben ein Rufina wieder; von ihm ist auszugehen. Die heutige Namenform (sie erscheint ab dem 18. Jh.) ist damit als Rumpfname aufzufassen, dessen ursprüngliche schwachtonige Anlautsilbe abgestossen wurde. Dies geschah in unserem Raum häufig, offenbar mit dem Ziel, die vom Alemannischen bevorzugte Erstsilbenbetonung zu erreichen (cf. Stricker 1981c, 40). Nipps Vermutung, die Bildung von Kurzformen hätte mit dem deutschen Artikel zu tun, dürfte grundsätzlich überflüssig sein; hier mag allerdings in der gängigen Verbindung */in der Rufina/ die Berührung der zwei /r/ zum Ausstoss der Silbe /Ru-/ zusätzlich beigetragen haben. (Vgl. dazu auch Tiefenthaler 1968, 94 s. v. Fina Frastanz.)

Bisherige Deutungen
Büchel 1906, 64: Rufinen. In Rufinen 'in den Rüfenen'.
Büchel 1908, 17: Finne. 'Rüfe' < rufina.
Ospelt 1911, 37: Fina, Fine [i d¼r f̠Œna].
Nipp 1911, 60: Fina [i dr f̠Œn½]. Gleich neben Fina heisst ein Komplex Rüfe [r̊œf—]! Identisch. Der deutsche Name ist Übersetzung oder unabhängige Neubildung, Ausgangsform ruina (RUPINA?). Zur Entwicklung der Kurzform hat wie bei Salums > Lums der deutsche Artikel beigetragen.
Seli 1912, 105: Fina.
Büchel 1980, 24: Fina. < Finga = Einfang.
Stricker 1981c, 40: Fina. Rumpfname in der Bedeutung 'Rüfe'.
Vincenz 1983, 186: Fina. Durch Aphärese gekürzte Form zu lat. RUINA 'Einsturz', rtr. ruina 'Rüfe' (E); 'Ruine' (E, S).

Besprechung der bisherigen Deutungen
Der Zusammenhang mit artr. rovina f. 'Rüfe' wird erkannt; eine Verbindung mit Finga (VINEA), geschweige denn mit dt. Einfang m. ist freilich abzuweisen (so Büchel 1980, 24).

Deutung
Artr. rovina f. '«Rüfe», Geröllhalde', mit spätem Abfall der Anlautsilbe. Unweit des Gebiets namens Fina heisst es (gleichbedeutend) Uf der Röfi: offensichtlich die jüngere alemannische Variante desselben Namens.

rovina