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Fanetscha  (Triesen)
500 m; 758,7 - 219,3 5-S

faǹ‰t̜s½, jünger faǹ“t̜s½ (p- / —p- / —r ~ / fœr ~)
Wiesen, Häuser und Strasse südwestlich unter der Kirche1.

Historische Belege
1556 vinetschen (PfABe d/5; fol. 2v, Z 22): "... ein halb Jauchardt Ackher hinder ~, stoßt aufwert dem Landtnach, ahn daß bechlin ..."
1607 Vanetschen (GAT Urb 1607; S. 8, Z 21): "... Ein äckerlin hinder ~ im Thrýsner kirchspihl gelegen ..."
1719 Vanetsche (AS 2/4; fol. 33r, Z 22): "... ein stúckh ackher aúff ~ ..."
1722 Fanetsch (AS 2/5; fol. 8v, Z 20): "... Ein äckherle in ~ ..."
1723 Fenetschen (AS 2/5; fol. 36r, Z 3): "... eine ansprach hinter ~ ..."
1728 Fanetscha (AS 2/6; fol. 33r, Z 34): "... ainen ackher in ~ ..."
1729 Fanetschen (AS 2/3; fol. 137r, Z 30): "... Ein Stückhle gúett in ~"
1729 Vanezen (AS 2/6; fol. 75r, Z 11): "... ackher in ~"
1738 Fanscha (AS 2/7; fol. 225r, Z 10): "... ackher im Trißner Feldt hinder ~ gelegen ..."
1777 Vanetza (GAT Buch 24; S. 9, Z 2): "... ackher in ~ ..."

Wertung der historischen Belege
Die Belege geben eine historische Form /viǹ‰t̜s½/, später /v½ǹ‰t̜s½/ (mit reduziertem Vortonvokal) wieder. Es handelt sich gemäss den Kontexten um Ackerland.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 112: Vanetza [i faǹ‰t̜sa].
Nipp 1911, 83: Vanetza [i, i dr f¼ǹ‰t̜s½]. Ableitung zu VINEA.
Nipp 1924, 102: Vanetscha.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipp deutet richtig.

Deutung
Artr. vignatscha f. 'schlechter Weinberg'. Im Romanischen als /vi̀a̜c½/ gesprochen, passte sich der Name nach der Verdeutschung in mehrfacher Hinsicht den neuen Artikulationsgewohnheiten an: das anlautende romanische /v-/ wird zu /f-/ entsonorisiert; der Vortonvokal wird von /-i-/ zu /-½-/ reduziert; das palatale /--/ wird zu einfachem /-n-/; der Tonvokal /-̀a-/ vor palataler Konsonanz (hier /-t̜s-/) wird zu /-̀‰-/ umgelautet.

vigna