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Falsana  (Triesen)
7/8-U

Unbekannt. Flur beim Gasenzawald.

Historische Belege
1663 Falsana (GAT U 46; Z 15): "... Marckhstain aúf der Eggen stehend gegen ~ zu ..."

Deutung
a) Evtl. ein Übersetzungsname, der mit Val- heutigem dt. -tobel entspräche? In dem vom Kontext angedeuteten Raum finden sich zahlreiche tiefe Geländeeinschnitte, so das Trettobel, das Zogtobel und, weiter unten, das Badtobel. Eine sprachliche Brücke zwischen diesen und dem fraglichen Namen scheint freilich nicht ersichtlich. Natürlich kann ein deutsches Pendant des romanischen Namens auch fehlen.
b) Sollte eines der Tobel (vielleicht im Raum Schmedawölflis Teil?!) mit artr. val mezauna 'mittleres Tal/Tobel' bezeichnet worden sein? Sprachlich böte jedenfalls ein Übergang von /v́al mets̀a®n½/ (nach der Verdeutschung) zu */f́alm'( t) s̀̀„na/ (mit Synkopierung des Zwischentonvokals und Auflösung der Affrikate /ts/ > /s/) > /fals̀„na/ (mit Vereinfachung des konsonantischen Nexus /-lms-/ > /-ls-/) keine nennenswerten Schwierigkeiten. Damit böte der Fall eine (teilweise) Parallele zu Melsana Wartau (kleinerer Hügel zwischen zwei grösseren bei Weite; vgl. Stricker 1981b, 257). Allerdings muss das Ganze angesichts der vielen Unbekannten völlig hypothetisch bleiben.
c) Mit nicht geringerer Plausibilität liesse sich anstelle von artr. val mezauna 'mittleres Tal/Tobel' auch artr. aual mezaun 'mittlerer Bach' einsetzen. Der formale Entwicklungsgang von aual in Toponymen ist, namentlich in vortoniger Stellung, oft nicht von demjenigen von val zu unterscheiden. Nur das auslautende /-a/, in unserem Namen vorhanden, müsste in diesem Fall als sekundäre Anfügung hingenommen werden. Auch dazu lassen sich allerdings zahlreiche Parallelen beibringen; sie sind in der langen Zeit der rätoromanisch-deutschen Zweisprachigkeit entstanden (vgl. Camenisch 1962, 146).

val
aual
mezaun