Alle Gemeinden Balzers Triesen Triesenberg Vaduz Schaan Planken
Eschen Mauren Gamprin Schellenberg Ruggell  
Namensuche      Liste
Falknis  (Triesen)
2562 m; 761,5 - 213,3 8-Y

f̀alkn—s (d¼r ~ / ¥f½ ~ / ¥f¼m ~ / fœm ~)
Bergmassiv über der Alp Lawena, an der südlichen Landesgrenze zur Schweiz (Gemeinden Fläsch und Maienfeld).

Bisherige Deutungen
Hopfner 1910, 179: Falknis. Wohl von Jenins abgeleitet (am Fuss gelegen), früher Genins, also Val-Genins 'Jeninstal' > Valgnins > Valgnis. Berge haben ihre Namen oft vom nahen Tal. Das Grundwort Spitze ist mit der Zeit weggeblieben.
Ospelt 1911, 122: Falknis [d¼r falknis, falxnis].
Hopfner 1928, 157: Falknis. Benennung evtl. von Jenins her, welches früher Genins hiess: rom. val geni( n) s, und dann Anlehnung an dt. Falke.
Frick 1952b, 53, 61, 72: Falknis. Auf der Karte von 1881 ist am Südabhang auf der Höhe von Bargün (etwa 1600 m) eine Weide mit Im Falknis bezeichnet; die Falknishöhe auf derselben Karte bezieht sich also auf diese Flur.
Nipp 1958, 89: Falknis. Der Ursprung des Bergnamens ist evtl. an dessen Halde zu suchen; eine Örtlichkeit am Hang gegen Luziensteig hinab heisst im Falknis (cf. ähnl. im Garnis, im Krankis). Berge werden oft von unten her benannt.
RN 2, 683f.: zitiert einen untauglichen Deutungsversuch von G. C. Muoth in Annalas 17, 242, gibt aber keine eigene Erklärung.
Broggi 1973, 271: Falknis. < Falke (FALCO).
Schorta 1988, 85: Falknis. Lat. FALCO 'Falke', rtr. falcun (REW 3158; RN 2, 136).

Besprechung der bisherigen Deutungen
Hopfners Deutungsversuch ist offenkundig abzuweisen. Der von Schorta und Broggi angenommene Zusammenhang mit lat. FALCO 'Falke', rtr. falcun, bzw. dt. Falke m. liesse unersichtlich, wie dann der zweite Namenteil -nis zu deuten wäre.

Deutung
Ohne Zweifel zu artr. *falcla, rtr. farcla (S), f. 'Sichel'. Aus dem Plural artr. */f̀alkl½s '(bei den) Sicheln' wurde alem. */f̀alklis/, woraus sich die heutige Form durch Dissimilation (/-lkl-/ > /-lkn-/) leicht ergeben konnte. Sachlich erscheint der Vergleich der zerklüfteten Falknistürme mit Sicheln als frappant (man vergleiche etwa die Fotoaufnahme in Terra Plana 1990/3, 8). Damit erweist sich der Name Falknis als sprachlich identisch mit Alggla Grabs, der Bezeichnung einer Alpweide unweit des Sichelchamm, dessen Name zweifellos eine deutsche Übersetzung (Sichel-!) der romanischen Form *Falcla darstellt (siehe dazu Stricker 1974, 4: Alggla aus älterem *uf [f]̀alkl½).

falcla