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Demmera  (Triesen)
1770 - 2245 m; 762,4 - 214,3 9-X

t̀“̂m¼r½ (̡t- / —̡t- / —r ~ / fœr ~)
Kleines Hochtal im hintersten Teil von Lawena, eingerahmt durch Plasteikopf, Demmerahöhi, Schwarzhorn, Hindera Grauspitz und Vordera Grauspitz, teils Weide, teils Geröllhalde.

Historische Belege
1635 Tammera (RA 144-1635; fol. 15r, Z 1): "... [hat] der Paúl Getsch, in der ~, geschossen ein Noßbockh ..."

Wertung des historischen Belegs
Der Beleg von 1635 ist wohl als Verschrieb für *Tämmera zu werten; für die Annahme eines lautlichen Übergangs von älterem *Tammera zu heutigem Demmera scheint es kaum Anhaltspunkte zu geben.

Bisherige Nennungen
Ospelt 1911, 121: Demmera [i d¼r t̀‰̂m¼ra].
Seli 1912, 111: Demara.

Deutung
a) Wohl zum Adjektiv timmer 'trüb, dämmerig, (halb-)dunkel' (vom Tageslicht und vom Wetter), 'schwül, drückend warm', wobei dieser Eindruck des Dunklen mit allenfalls dort aufziehenden Unwettern, vielleicht aber auch mit den (dunklen) Geröllhalden und Felswänden zusammenhängen dürfte, die von diesem Gebirgskessel zu den Gipfeln von Falknis, Ruchberg, Grauspitz, Schwarzhorn emporsteigen (man beachte auch die Farbausdrücke in den letztgenannten Bergnamen!). Ob eine elliptische Bildung (Kürzung etwa aus ursprünglichem *ir timmera Höhi oder ähnlich) vorliegt, lässt sich nicht beweisen; es kann immerhin vermutet werden. Für die mundartliche Form mit Vokalsenkung /i/ > // passt jedenfalls der Ansatz timmer formal völlig.
b) Wäre die Belegform (als *Tämmera) massgebend (mit jüngerer Schliessung des Tonvokals), liesse sich diese auch mit dem Adj. d̮emer 'dunkel, matt' verbinden.

timmer