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Bofel  (Triesen)
510 m; 758,9 - 218,2 5-T

b̀œfÆ (s ~ / —s ~ / —m ~ / fœm ~)
Wiesen ob dem Forst, nördlich der Badtobelröfi, leicht abfallend, mit Bäumen und Buschreihen durchsetzt.

Historische Belege
1607 Bofel (GAT Urb 1607; S. 8, Z 2): "... Ein Wiß im ~ gelegen, stost gegen dem berg ahn das Alpgäßlin ..."
1696 boffell (Pfäf 22/12; fol. 1r. Z 11): "... ein wissen, die Lang ägerten genant, im ~ gelegen, stost ... gegen dem Rhin an die Lang gassen ..."
1719 Poffel (AS 2/4; fol. 58r, Z 23): "Ein stúckh mägere im ~ ..."
1725 Boffel (AS 2/5; fol. 115r, Z 14): "1 Stückle Mägere in hintern ~ ..."
1776 Boffel (RA 44-7; fol. 1r, Z 7): "... 1 stückhli Haü wax in dem aúßeren ~."
1777 Boffel (GAT Buch 24; S. 247, Z 17): "... 1 stúkh Heü wax in dem Jnderen ~ ..."
1785 Pofal (GAT 13-4-2; fol. 1r, Z 20): "... ein Wýsen im ~, stoßt ... an die Lang Gassen ..."
1793 Bofel (AS 2/18; fol. II 64r, 3. Sp. Z 5): "... 1 Stuck Heúgút im ~ [stösst] ... Rheinwerts [an die] Bofelbündt ..."

Wertung der historischen Belege
Sie geben die heutige Form wieder; allerdings weist der Beleg 1725 noch auf damals mask. Geschlecht hin.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911, 23f.: Bofel, Bovel [im bœfl].
Nipp 1911, 93f.: Bovel, Bofel [im bœfl]. BUBILE, BOVILE, BOVALE möglich, surselv. bual 'Ochsenweide'. Deutscher Akzent bei dem Wort als einstigem Appellativ leicht zu verstehen.
Ospelt 1911b, 17: Bofel. 'Ochsenweide'. Im 15. und 16. Jh. wurde der Ausdruck noch als Betriebsartbezeichnung verwendet.
Ospelt 1911b, 13: Bofel.
Seli 1912, 105: Bovel.
Stricker 1974, 39: Bofel. Rätolat. BOVALE 'Ochsenweide', rtr. bual 'Weide, Herbstweide, Gemeinatzung'; ging in der Form B̀ofel in die alem. und tirol. Mundarten ein.
Büchel 1980, 17: Bovel. 'Rinderweide'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipps Ansätze BUBILE und BOVILE sind zu streichen.

Deutung
Rtr. bùal m. 'Herbstweide, Gemeinatzung, Heimweide' erscheint als Flurname in ganz Romanisch Bünden (besonders dicht in den Rheintälern). Im altromanischen Raum tritt es (als Appellativ und als Name) in der schon sehr früh durch das Alemannische (und das Tirolische) entlehnten Form B̀ofel m. (bzw. Pofl) auf, und zwar bis hinunter gegen den Bodensee und bis nach Südtirol. Die geographische Verbreitung des Wortes beweist, dass es in die ersten christlichen Jahrhunderte zurückreichen muss. Es bezeichnete ursprünglich die Weide in der Nähe des Dorfes, die für die Ochsen und das nicht auf die Alp getriebene Heimvieh reserviert war.

Bofel