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Prer  (Balzers)
485 m; 756,25 - 214,15 3-X

pr̠‰r (~ / ¥f ~ / ¥fd¼r ~ / fœd¼r ~)
Wiesen, Häuser und Strasse südlich des Bröggle.

Bisherige Deutungen
Nipp 1911, 32: Prär [uf tr pr̓‰r]. PIRARIUM ist möglich, da nach Huonder s. a., 537 Synkopierung bes. in Nähe von l, r stattfindet. Engad. pairer, surselv. pirer 'Birnbaum' sind sek., also nicht gegen Synkope sprechend. Für das heutige Genus ist wohl dt. Wiese verantwortlich, vielleicht auch (pra dil) prer 'Priestergut' < PREBYTER. An der Prer steht das alte St. Peterkirchlein (St. Peter erscheint in unserer Gegend sehr früh als Patrozinium). Kühn wäre: /praprer/ > /parprer/ > /uf p¼rpr‰r/ > /uf t¼rpr‰r/.
Ospelt 1911, 85: Prer [im pr̓‰r].
Ospelt 1920, 75: Prer.
Broggi 1978, 228: Prer. Rtr. prer 'Birne'.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Der Name wird von Ospelt als Maskulinum oder Neutrum (/im pr̓‰r/), von Nipp als Femininum (/uf tr pr̓‰r/) wiedergegeben. Der bei Ospelt 1920, 75 zitierte Beleg 1474 Prär (aus Büchel 1914, 39) entspricht der heutigen Aussprache. Die von Nipp erwogenen Ansätze sind formal beide möglich; dennoch ist der eine vorzuziehen. Broggis Angabe ist falsch.

Deutung
a) Artr. piŕer m. 'Birnbaum' liegt ziemlich sicher vor. Aus sprachlicher Sicht steht der Deutung nichts entgegen; nach der Verdeutschung ist der Name durch Synkopierung der schwachtonigen Anlautsilbe gekürzt worden, was besonders im unterrätischen Raum häufig vorkam (wozu Stricker 1981c, 40). Sachlich ist die Deutung als 'beim Birnbaum' einwandfrei; die Lage der Flur am südlichen Dorfrand von Mäls passt sehr gut zu ihr. Der Name ist in Deutschbünden mehrfach nachzuweisen; er liegt auch vor in †Parär Wartau.
b) Nach dem oben Gesagten kann vermutet werden, dass der von Nipp 1911 ebenfalls vorgeschlagene Ansatz (pra dil) prer (< PRÇEBITER) 'Priestergut' beiseite gelassen werden kann. Zwar gibt es durchaus zusammengesetzte rätoromanische Namen, die (nach der Verdeutschung) so gekürzt wurden, dass von ihnen nur noch das Bestimmungswort (hier *prer) übrigblieb, und auch Nipps Überlegung zur Ausbildung des femininen Geschlechts kann durchaus plausibel sein; hier aber scheint der Vorschlag überflüssig.

pirèr
prer