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Lida  (Balzers)
875 - 1000 m; 756,0 - 212,5 2/3-Z

l̓‘d½ (~ / ¥f ~ / ¥f ~ / ab ~)
Alp südlich ob der Mälsner Allmein. GR.

Bisherige Deutungen
Nipp 1911, 27: Lida [uf l̠‹da]. Am ehesten dt. Leite-Wiese (vgl. Leitawies Triesenberg); lebte wohl noch in romanischem Mund, wie t > d zeigen dürfte; kann daher zu den romanischen Namen gezählt werden. Oder aus ursprünglichem Flida (vgl. Flidachöpf in Wartau)?
Ospelt 1911, 69: Lida, auf - [uf l̠‹d¼].

Besprechung der bisherigen Deutungen
Der Fall ist aufgrund der Lautverhältnisse mit Sicherheit von Leita- in Leitawis Triesenberg und auch vom Namentyp Litte (zu mhd. l̠‹te f. 'Bergabhang', vgl. Lexer 1918, 149) fernzuhalten.

Deutung
Wohl zum Namentyp Flida, der von Flims und Feldis bis Wartau in geschlossener Zone vorkommt und überall 'steiles, meist als Weideland oder Heuberg benutztes, mit Gestrüpp und Bäumen bestocktes Land' bezeichnet. Die für das Namenwort typische sachliche Umschreibung trifft auch auf unseren Fall auffällig zu; und auch sprachlich wäre eine Entwicklung von */uf Flida/ zu /uf Lida/ (mit Deglutination des anlautenden /f-/) nicht auffällig. Die Herkunft des Namenwortes ist allerdings unbekannt; offenbar handelt es sich um ein vorrömisches Reliktwort, dem wir weiterhin nicht näherzukommen vermögen. Ein alträtoromanisches Appellativ *flida oder ähnlich (allenfalls mit einer Bedeutung, wie sie oben umschrieben wurde) bleibt ganz ungewiss. Näheres zum bisherigen Forschungsstand siehe bei Stricker 1981b, 101f.