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Ler  (Balzers)
480 m; 756,50 - 213,90 3-Y

l̓‰r (t ~ / št ~ / šd¼r ~ / ¥sd¼r ~)
Wiese südlich von Iradug und östlich unter dem Städele.

Historische Belege
1719 Lähr (AS 2/4; fol. 72r, Z 25): "... Ein stückhle gúth sambt dem obswachs die ~ genandt ..."
1775 Lehr (AS 2/9; fol. 178r, Z 15): "ein Stúck gúth in der ~ genannt, stosst aúfwerts an die Holtz Straß, abwerts an den Heimweeg"
1808 Lehr (AS 2/16; fol. II 37v, 4. Sp. Z 12): "1 Stuck Heúwachs in der ~ genant."
1808 Lehr (GAB 5'200-S10; Nr. 27): "... nter der ~ ..."
1808 Leer (GAB 5'200-S10; Nr. 96): "im ~"

Wertung der historischen Belege
Die Belege geben nichts von der heutigen Aussprache Abweichendes wieder. Auffällig ist der Gebrauch des Namens als Femininum seit Beginn der Belegreihe. Die jedenfalls nicht deutsche Form macht ganz den Eindruck eines der in unserem Raum häufigen Rumpfnamen, dessen (eine oder zwei) Anlautsilbe(n) abgefallen wäre(n) (siehe dazu Stricker 1981c, 39f.). Um welche Lautung es sich dabei handelt, ist nicht mehr zu eruieren.

Bisherige Deutungen
Nipp 1911, 112: Lär [i dr l̠‰r]. AREA oder AGER (wohl mit dem Artikel verschmolzen). Bei AREA ist der Abfall des -a schwierig. AGER ist begrifflich nicht gut möglich.
Ospelt 1911, 68: Leer, in - [i d¼r l̠‰r].

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipp 1911, 112 stellt Überlegungen zu rtr. ́er 'Acker' (mit vorgesetztem Artikel: < l'́er?) bzw. zu rtr. era f. 'Platz' (< l'era?) an; zu recht hält er beide für schwierig: das erste aus sachlichen Gründen, das andere, weniger zwingend, wegen des auslautenden -a von era). Abgesehen von der grundsätzlichen Unwahrscheinlichkeit eines erhaltenen rätoromanischen Artikels geht er vermutlich von unzutreffenden Voraussetzungen aus.

Deutung
a) Die Lage der Örtlichkeit am Rande des Fläscher Riets unweit des südwärts steil gegen den Fläscherberg aufsteigenden Muratöbele liesse eine Deutung von Ler als altes */val̀‰r/ 'Tal' mit abgefallener Anlautsilbe */va-/ zu: damit läge eine Parallele vor zu Fler( -weid) Grabs (Stricker 1974, 51f.): also artr. *vaĺer, abgeleitet aus val 'Tal'. Dabei ist die bedeutungsdifferenzierende Funktion des Suffixes -ARIU (wozu Stricker 1974, 266) hier nicht genauer bestimmbar.
b) Lautlich und wohl auch sachlich läge eine Herleitung von im Anlaut analog gekürztem artr. maĺer m. 'Apfelbaum' ebenfalls im Bereich des Möglichen. Siehe auch unten †Malers.

val
malèr