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Diebalöcher  (Balzers)
700 m; 755,2 - 213,0 2-Y/Z

t́‘¼b¼l̊¡h¼r (̡t- / š̡t- / šd½ ~ / ¥sd½ ~)
Felsiger Waldhang im Ellholz, am Rand des Freiabergs über dem Rhein. GR. Örtlich identisch mit Diebastoba.

Bisherige Deutungen
Ospelt 1911b, 14: Diebsloch.
Schädler 1916, 93: Diebslöcher. Nach der Sage von Dieben bewohnt.
Seger 1965, 121f.: Diebslöcher. Nach der Sage einst von Dieben bewohnt.

Besprechung der bisherigen Deutungen
Nipp 1924 ist auf der richtigen Spur, sagt jedoch nicht alles über das Etymon, da Brüel nicht auf bruoc allein beruhen kann. Das auslautende -l wäre damit nicht erklärt. Auszugehen ist stattdessen von gall. BROGILOS, das zu ahd. broil, bruil und schliesslich zu mhd. brüel wurde.

Deutung
Die Deutung 'Felslöcher, in denen sich Diebe versteckt hielten' steht in Zusammenhang mit einer Sage (Schädler 1916, 93f.; Näscher 1982, 204f.); diese dürfte allerdings erst sekundär entstanden sein. Dies ist anzunehmen, weil Dieb m. in unseren Mundarten ursprünglich nicht vorkommt; dann müsste es schon eher Schelmalöcher heissen (dazu Näscher 1982, 205). Vielmehr ist Dieb- zum Personennamen Matthäus zu stellen, womit der Name als 'Felslöcher des Matthäus' zu deuten ist. Mundartlich (älter) Tebus, Tebes und Tiab [t̀’¼b] sind Kurzformen zu Matthäus. So ist in Balzers im Jahre 1664 ein Debis Kindle belegt (siehe Beleg beim Namen Haberbünt). Freilich muss der Name Diebalöcher nicht auf diesen Debis Kindle zurückgehen. Über die Hintergründe der Namenbildung ist nichts bekannt. Vielleicht ist hier ein Matthäus verunglückt, oder er hat gar hier gehaust, entsprechend der Sage von den Dieben.

Matthäus
Loch