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And  (Balzers)
700 - 1712 m; 758 - 214 4/5-X/Y

and (~ / ¥f ~ / ¥f ~ / ab ~)
Bewaldeter Berghang und grosses Plateau östlich ob Prad, nach Osten steil ansteigend. GR. Der Wald brannte im Dezember 1985 ab.

Historische Belege
1677 andt (GAB 016-1; S. 42): "af ~ Vnd Wis Rüfý"
1734 Ands (AS 2/7; fol. 68r, Z 12): "... 3 Mann Mad Wiß in der ~ genandt ..."

Wertung der historischen Belege
Die beiden Belege unterscheiden sich sowohl bezüglich der Namensform (And-An[d]s) als auch im Gebrauch bzw. Fehlen eines Artikels. Das Alternieren von And und An( d) s prägt auch die Beleglage bei den örtlich benachbarten Komposita †Andteil (1709 Antheil), †Andbach (1661 Annsbach), Andwesa (1661 Anzwiesen, folgende Belege analog). Auch bei Ospelt 1911, 15 scheint es auf: /uf and/, jedoch /t́ansẁesa/. Dieser Umstand kann bei der Deutung nicht unberücksichtigt bleiben.

Bisherige Nennung
Ospelt 1911, 15: And, auf - [uf and].

Deutung
Der Name ist nicht sicher zu erklären. Er könnte durch Abfall einer (oder mehrerer) Anlautsilbe(n) aus einer dann nicht mehr sicher eruierbaren Vollform hervorgegangen sein. Folgende Erörterungen scheinen am Platz.
a) Von unserem Namen sicher nicht zu trennen ist die Namensform Ans, wie sie in diesem teils zu Fläsch, teils zu Maienfeld gehörenden Grenzgebiet auch bei den Bündner Nachbarn gebräuchlich ist (vgl. RN 2, 615): Ansbach (Bergbach von Guscha herab, urk. 1503 Ansbach, unter der Steig als Ansrüfi, mündet in den Kanal), ferner Anslugga (Mauerlücke), Ansstei (befestigter Felskopf an der Grenze Schweiz-Liechtenstein), Answisa (Wiesen auf der rechten Strassenseite unter der Steig, direkt unter Guscha); vgl. weiter auch Anzrüfi Maienfeld (RN 1, 296). Das Nebeneinander von And (in Balzers) und Ans (ebendort, sowie von Fläsch her) wird schwerlich zufällig sein. Das Paar Ans/And (bzw. *Ands/And) erinnert ganz an die in Graubünden häufigen Fälle von Doppelnamen (Typ Truns/Trun), welche als Zeugen der alträtoromanischen Zweikasusflexion (relikthaftes Weiterleben lateinischer Nominativformen auf -s gegenüber -s-loser Obliquusform) erkannt worden sind (Schmid 1951). Aus romanistischer Sicht läge hier die einzige plausible Erklärung dieser Alternanz. (Eine Deutung des -s als deutsches Genitivmorphem zum Nominativ And [Genitiv: *«des Ands»] ist dagegen kaum anzunehmen.) Unsicher bleibt freilich in beiden Fällen der Wortstamm And. Ein Zusammenhang von And/Ans mit Ansa Sevelen wird von RN 2, 615 ins Auge gefasst. Er wirkt allerdings unwahrscheinlich, zumal mit Blick auf die von Vincenz 1983, 137 (für Ansa Sevelen) wiedererwogene, im übrigen fragliche Herleitung aus mlat. ANSA 'Henkel'.
b) Falls der Name vorrömisch ist, wäre er zu vergleichen mit (im Stamm) ebenso ungeklärtem Andatsch Bever (RN 2, 613: mit Suffix -ACEU); ebenso mit Andiast GR (RN 2, 614: veneto-illyrische Endung -ESTE, anscheinend zu einem vorrömischen Stamm AND-).