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unter(er)
  suot

OL ̀¥nd¼r, UL ̀¥̠n¼r
adj., 'der (die, das) unterhalb gelegene' (Jutz 2, 1469; Id. 1, 324ff.).

Ahd. untar, mhd. under.
Vorbemerkung: Die Richtungsangaben (vorder, hinter, unter, ober, äusser, inner) folgen grundsätzlich in jeder Siedlung einem besonderen, durch deren Lage für sie typischen Orientierungssystem. Dieses kann sich definieren über verschiedene Perspektivmöglichkeiten, die vorgegeben sind etwa durch die Orographie (Richtung des fliessenden Wassers), die Geländegestalt (Ebene, Tal, Einschnitt, Hangfläche, Hügel, Berg usw.), die Siedlungsstruktur (Zentrum-Peripherie), die Besonnung (Sonnenseite-Schattenseite), die vorhandenen Verkehrs- und Handelswege (Marktzentren), die kirchenhistorische Raumbildung (Bistums- und Diakonatsgrenzen). Eine schematische Aussage etwa zur Frage, was 'hinten' oder 'vorn' sei, lässt sich demnach nicht generell machen, sondern hat sich immer nach dem besonderen Ortsgebrauch zu richten.
In Flurnamen qualifiziert das Wort tiefergelegene Örtlichkeiten, in der Regel zur Unterscheidung von einem oberen Teilgebiet. Dies gilt zum einen für Örtlichkeiten im gegen Norden sanft und unmerklich abfallenden Talgebiet mit Bezug auf den Rheinlauf (vgl. Unterland vs. Oberland), zum andern aber auch für alle Hanglagen, wo die tiefer gelegenen Örtlichkeiten offensichtlich erkennbar sind, so etwa für Unterdorf n. 'unterer, tiefer gelegener Teil des Dorfes' (Jutz 2, 1471).

Dieses Wort kommt in folgenden Namen vor: 

 Nominal verbunden