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Hund

OL h¥nd, UL h¥̠n
m., 1. 'Hund (Canis)'; 2. in substantivischen Zusammensetzungen als Verschlechterung bzw. Vergröberung der Bedeutung des Grundwortes. Vgl. Jutz 1, 1458 und 1461; Id. 2, 1421ff.

Ahd., mhd. hunt m. (Kluge 1989, 320).

In unseren Flurnamen ist wohl meist von einem seit alters her belegten pejorativen Gebrauch des Wortes auszugehen, wie sie etwa in dt. Hundewetter, hundemüde, hundsmiserabel erscheint (vgl. Id. loc. cit.; siehe auch bei Sau). Das Bestimmungswort Hund weist demzufolge auf unfruchtbares, unwirtliches Land. Ferner bezeichnet Hund laut Zinsli 1976, 139 und Lorez 1943, 101 in Rheinwald einen 'Grasstreifen zwischen zwei Maden' bzw. 'das schmale Grasband in den Bergwiesen, das als Grenzlinie zweier anstossender Parteien nie gemäht wurde'; ein Hinweis auf eine solche Sonderbedeutung auch für unser Gebiet fehlt. Auffallend ist aber, dass mit zwei Ausnahmen (Hundsrogga Eschen, wo metonymische Benennung nach der Gestalt vorliegt, vgl. Bach II/1, 263ff. und Hundsgarta Vaduz) alle Hund-Namen im Alpengebiet liegen. Nach BENB 2, 317 bezeichnet Hund als Bestimmungswort, sofern dahinter nicht euphemistisch die Gestalt des Teufels steckt, 'Schluchten, Felsabstürze' oder 'Örtlichkeiten, die in der Nähe eines Felsabsturzes liegen'. Zur Bedeutung des Hundes im Aberglauben und in der Volksmedizin vgl. HDA 4, 470ff. - Namen mit Hund sind verbreitet; in unserem Gebiet finden sich etwa Hundsstein Gams und Grabs, Hundstritt Grabs, Hundsplatte Wartau (Mat. SGNB), Hundsschrofen Bezau (VNB I/8, 113.

Dieses Wort kommt in folgenden Namen vor: 

 Nominal verbunden