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Heide

OL h̠Šd, E, M h̠ad, G, R, Sb h̠¡d, Tb h̀Š›d½
f., 1. 'offenes, weites Gelände', 'flache, baumlose, sandige, mit Gräsern und kleinen Sträuchern bewachsene Landschaft', 'rauhe, steinige, teilweise mit Gebüsch bewachsene Alpenwiese'; 2. Name verschiedener auf der Heide wachsender Pflanzen, worunter: a) allgemein 'niederes Gesträuch, beerentragendes, wie Heidelbeerstauden, aber auch Erika-Arten und Alpenrosenstauden', b) speziell 'Niederliegendes Heideröschen (Fumana procumbens)' (vgl. Seitter 1977, 316; Flora Helv. 523), c) 'Heidekraut (Calluna vulgaris L.)' (vgl. Seitter 1977, 349; Flora Helv. 788); 3. m. 'Buchweizen, Heidenkorn (Fagopyrum vulgare Hill)' (vgl. Seitter 1977, 170; Flora Helv. 485). - Vgl. Jutz 1, 1353 s. v. Heide II und 1354 s. v. Heiden; Id. 2, 988 s. v. Heid II und 990 s. v. Heiden; Zinsli 1946, 324.

Ahd. heida, mhd. heide f. 'unbebautes, unbewohntes Land'; daraus, über spätmhd. heidekr̠ut n., auch Heide f. 'Heidekraut'. - Als Lehnübersetzung des lat. P̂AĜANI 'Heiden, Nichtchristen' ( < P̂AGUS 'Gau': hier also mit ahd. heida f. gleichgestellt) ist das Adj. ahd. heidan, mhd. heiden 'heidnisch' zu werten, woraus substantiviert ahd. haidano m., mhd. heiden m. 'der Heide, Nichtchrist'.
Das Heidenkorn ist wahrscheinlich im 12. Jh. von Kreuzfahrern (aus dem «Heidenland») mitgebracht worden, daher der Name (vgl. auch rtr. graunsaracen, frz. bl̀esarrasin m., ital. granosaraceno m. 'heidnisches [sarazenisches] Korn') (vgl. zur Wortgeschichte Id. 2, 990; Kluge 1989, 300; Pfeifer 1989, 664f.; BENB I/2, 223).
Vorbemerkung: Eine Aufteilung in zwei Wortartikel (Heid für Bed. 1 und 2; Heiden für Bed. 3) wird hier unterlassen, da die Bedeutungen sich in den Flurnamen nicht stets auseinanderhalten lassen.

Dieses Wort kommt in folgenden Namen vor: 

 Allein
 Nominal verbunden