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Gissübel

/gi¹süb¼l/ (?)
m., 'Ort, wo Wasser rinnt' (?).

Noch nicht sicher gedeuteter Flurname, der nur im hochdt. Sprachgebiet vorkommt. Er wird meist in Zusammenhang mit einem Gewässer gestellt. Giss soll dabei auf ein nicht belegtes Verb *gˆ‹zan (neben ahd. giozan 'giessen') zurückgehen, im zweiten Wortteil wird ein Suffix -ubil gesehen (ausführliche Darstellungen bei BENB I/2, 60; Hammer 1973, 62f.; Id. 2, 949f.). Hammer loc. cit.: "Verwandt mit ahd. giezo, aber letztlich jedoch auf eine idg. Wurzel ghid-, germ. *git- 'rinnen' zurückführend [...]". Und weiter loc. cit.: "Der Name beruht auf einer ahd. Form *gizzubli 'Ort, wo Wasser rinnt'. Dabei liegt im Grundwort dieselbe Endung vor wie beispielsweise in ahd. driscubili, oberdt. Drischübel 'Türschwelle'."

Als Flurname dürfte Gissübel um 1100, in der Zeit des mittleren Landausbaus, im Oberdeutschen entstanden sein. Der Name zeigt Streuung bis in spät verdeutschte Alpentäler: so kommt er neben +Gessöbel Balzers als Gissübel auch in Tamins und Jenaz sowie historisch in Thusis, Maienfeld, Mastrils, Untervaz und Maladers vor (RN 2, 417). Daneben erscheint der Name als Giesskübel (!) in Berneck (Hammer 1973, 62f.) sowie in den vorarlbergischen Gemeinden Ludesch, Schnifis und Göfis (VNB I/3, 63 und 90; VNB I/5, 121). - Die frühesten schriftlichen Belege zum Namentyp tauchen in der Mitte des 13. Jhs. auf.

Dieses Wort kommt in folgenden Namen vor: 

 Allein