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Fräsche

/fr̀‰̜z½, fr̀‰z½/
m./f., 'begraster Lawinenstrich, steile Grashalde in den Bergen'.

Vorrom. Reliktwort, das in Unterrätien, so auch über fast ganz Vorarlberg, verbreitet ist: einmal als Appellativ, dann auch sehr zahlreich als Geländename im Gebirge. Seine Bedeutung wird teils mit 'begraster Lawinenstrich', teils mit 'sehr steile Grashalde, etwa auf Alpen, Bergmähdern' angegeben (Jutz 1, 988; Mätzler 1968, 46; Stricker 1974, 52f.). Man trifft das Wort vereinzelt auch in Werdenberg (Fräs Grabs: Steilhang am Ostabfall des Gamserrugg) und Prättigau (Seewis, Klosters; vgl. RN 2, 697 s. v. Fräscha, Frascherwald).

Die begrenzte Verbreitung des Typs als Appellativ wie als Flurname im nördlichen Vorland der heutigen Raetoromania und weitgehend auch nördlich von Graubünden spricht gerade nicht für ein "bündnerromanisches" Reliktwort, wie Mätzler 1968, 46 meint. Es ist offenkundig ein unbekanntes, vorromanisches Etymon anzusetzen, das mit Blick auf die Höhenlage - entgegen einer immer wieder geäusserten Annahme - mit lat. FRAXINUS 'Esche' (RN 2, 152) sicher nichts zu tun hat. Ausführlich abgehandelt wird der Wort- und Namentyp bezüglich Vorkommen und Problematik bei Stricker 1974, 52-55.

Dieses Wort kommt in folgenden Namen vor: 

 Allein