Gesamtes Alphabet A B C D E F G H I J K L M
N O P Q R S T U V W X Y Z
Wortsuche   Liste
Folle

/f̀œ̡l¼/ (älter)
f. 1. 'Seihtrichter; Milchtrichter, trichterartiges (hölzernes) Gefäss, durch das die frischgemolkene Milch geseiht wird, wozu die untere Öffnung mit grünen Tannreisern und dergleichen verstopft wird'; 2. topon. 'trichterförmige Vertiefung, Mulde'. Vgl. Id. 1, 786; Zinsli 1946, 318; RN 2, 408; Zinsli 1984, 565.

Nach Id. 1, 786 vielleicht zu mlat. FOLLIS, FOLIUM, FOLIA 'Art Gefäss'.

Die toponymische Verwendung des Wortes bezieht sich auf nach unten sich verengende Hangtrichter. - Daneben bliebe noch zu erwägen, ob die Folle-Namen als Klammerformen auf das Vorkommen der bei Id. loc. cit. erwähnten Gewächse zum Verstopfen des Milchtrichters hinweisen könnten. So heisst der 'Huflattich' bei uns Fölifüess (Frick 1990, 173); Follekrut, Follechris, Folleschaub und Folleschübel sind (laut Id. 3, 890) ferner Bezeichnungen des 'sprossenden Bärlapp', der anstelle von Tannreisern in die Öffnung des Seihtrichters geschoben wird. - Aus der Umgebung ist Folleplangg Wangs (Borio 1994, 55f.) belegt, ferner Folla Wartau (Weidgebiet der Alp Riet an der Nordseite des Gonzen; Stricker 1981b, 106). Lautlich berührt sich das Wort in unseren Flurnamen mit der Entsprechung von nhd. Fohlen n., was zu entsprechenden populären Erklärungsansätzen führte. - Ebenfalls zum gleichen lautlichen Ergebnis hätte rtr. fu(o)lla f. 'Walke' geführt (DRG 6, 728 s. v. fuolla III); dorthin etwa +Folla Wartau (Wiesen bei Oberschan; Stricker 1981b, 105).

Dieses Wort kommt in folgenden Namen vor: 

 Nominal verbunden